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Ausstellung zweier Boote in der Heimatpflege Benediktbeuern

Ausstellung "Über die Schwelle: Familie Haushofer - Fünf Generationen in Kunst, Wissenschaft und Politik"

Datum/ Uhrzeit
17.07.2021 bis 15.08.2021
Veranstaltungsort
Fachberatung Heimatpflege im Maierhof des Klosters Benediktbeuern (Osttrakt)
Details

Mit der Ausstellung „Über die Schwelle“ nimmt die Fachberatung Heimatpflege in Benediktbeuern eine oberbayerische Familie in den Blick: die Haushofers, die sowohl im 19. als auch im 20. Jahrhundert maßgeblich am gesellschaftlichen Leben in Bayern beteiligt waren und sich als Maler, Schriftsteller, Politiker oder Wissenschaftler hervortaten. Kurator ist der Schriftsteller Gerd Holzheimer.

Es gibt viele bemerkenswerte Familien in Oberbayern – die Familie Haushofer ist seit langer Zeit eine, in der über Generationen hinweg immer wieder herausragende Persönlichkeiten von sich reden machen. Geradezu exemplarisch bilden sich in ihren Vertretern Exponenten aus Kunst, Wissenschaft und Politik heraus, die sowohl im 19. wie im 20. Jahrhundert maßgebend am gesellschaftlichen Leben in Bayern beteiligt waren.
Beginnend beim Landschafts-Maler Maximilian Haushofer, dem Begründer der Künstlerkolonie der Frauenwörth im Chiemsee, zeigt sich immer wieder bei einzelnen Familienmitgliedern ein ebenso künstlerisch wie dann auch wissenschaftlich hervorstechendes Werk und zieht sich quer durch die Generationen. Einer der Söhne von Anna und Max Haushofer, Karl Haushofer (der Ältere), war ebenfalls Hochschullehrer, allerdings als Professor für Mineralogie. Ein anderer der Söhne, ebenfalls Max (hier zur Unterscheidung „der jüngere“ genannt) mit Namen wurde auch Professor und zwar der Nationalökonomie. Thomas Mann gehörte zu seinen begeisterten Studenten. Seine zweite Frau, die Schriftstellerin Emma Haushofer-Merk, veröffentlicht zahlreiche Novellen, Erzählungen, Romane und Essays. Sie nahm auch eine herausragende Stellung in der sich Anfang des 20. Jahrhunderts formierenden Frauenbewegung ein. Im 1894 gegründeten Verein für Fraueninteressen übernahm sie verschiedene leitende Funktionen. Damit kommt auch eine politische Komponente in der Familie hinzu. Ihr Mann Max Haushofer vertritt die „Vereinigten Liberalen“ in der Bayerischen Abgeordnetenkammer.
Bei Karl Haushofer, dem Begründer einer Wissenschaft, der er den Namen „Geopolitik“ gibt, führt die wilhelminisch geprägte politische Ausrichtung zu einer Nähe zur nationalsozialistischen Führung. Befördert wird diese Affinität durch seinen Studenten Rudolf Hess, zu dem ein freundschaftliches Verhältnis entsteht. Karl Haushofers Sohn Albrecht versucht zunächst, diese Nähe zu nutzen, um aus seiner Sicht „noch Schlimmeres“ abzuwenden. Immer stärker wachsen bei ihm innere Widerstände gegen das Regime, auch kennt er verschiedene Personen aus Widerstandskreisen. Nach dem Attentat von Stauffenberg hat dies zur Folge, dass Albrecht Haushofer von den Nationalsozialisten verfolgt und schließlich inhaftiert wird. In dieser Zeit schreibt er seine berühmt gewordenen Moabiter Sonette. Eine Woche vor Kriegsende wird er von der SS durch Genickschuss getötet. Eine wichtige Rolle in der Familie spielt Martha Haushofer, ohne die ihr Mann Karl Haushofer überhaupt keine wissenschaftliche Karriere hätte machen können. Sie wirkt als Co-Autorin, Organisatorin und Übersetzerin (z.B. auf der Japan-Reise) mit. Ihre künstlerischen Fähigkeiten übt sie nur privat aus, ohne damit an eine Veröffentlichung zu denken. Im Konflikt zwischen ihrem Mann und ihrem Sohn versucht sie zu vermitteln.
Ihr zweiter Sohn, Albrechts Bruder Heinz, überlebt die Haft und führt die Bewirtschaftung auf dem Hartschimmelhof bei Herrsching fort. Heinz Haushofer und später auch sein Sohn Martin verfassten bemerkenswerte Bücher über die Landwirtschaft und nahmen hohe Positionen in Staat und Gesellschaft ein.

Die Ausstellung der Fachberatung Heimatpflege des Bezirks Oberbayern „Über die Schwelle. Die Familie Haushofer - fünf Generationen in Kunst, Wissenschaft, Politik“ gibt einen kleinen Einblick in das vielfältige Wirken einer außergewöhnlichen oberbayerischen Familie.

Öffnungszeit: 17. Juli bis 15. August

Sa. 13.00 Uhr bis 17.00 Uhr
So. 11.00 Uhr bis 17.00 Uhr

Die Räume sind barrierefrei zu erreichen.
Der Eintritt ist frei.

Bitte informieren Sie sich vor Ihrem Besuch in Benediktbeuern bezüglich der aktuellen Vorschriften aufgrund Corona auf der Seite www.fachberatung-heimatpflege.de!


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