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Leichte Sprache

Palmesel und Pfingstochs

Dialektwort der Woche (KW 23)


Der Pfingstochse als kräftigste Tier führt am Pfingstsonntag mit Blumen, Stroh und Bändern geschmückt die Prozession an; Altbayern 1950er Jahre
Foto: P. E. Rattelmüller
© Fachberatung Heimatpflege

Im altbairischen Tierpark gab es ja viele seltsame Kreaturen. Als der Kirchenmaler Johann Georg Dieffenbrunnger (1718-1785) auf einem barocken Deckenfresko mittels eines Elefanten den Erdteil Afrika symbolisieren sollte, malte er kurzerhand einen Esel und pappte ihm eine Art Gartenschlauch als Rüssel davor. Einen Elefanten hatte er im Original halt nie gesehen, was man ihm nicht zum Vorwurf machen sollte. Auch der Volksmund erschuf derb, aber kreativ neue Rassen: Den „Sauhund“ zum Beispiel, den „Saubärn“, den „Saustier“ oder den „Sauhammel“! der „Gsoichte Aff“ erfreute sich im Wirtshaus großer Beliebtheit bei politischen Diskursen. Aber auch sehr kurzlebige Fantasietiere gab es . Wer sich am ersten April in denselben schicken ließ, wurde den ganzen Tag als „Aprui-Aff“ gefoppt. Wer am Palmsonntag zuletzt aus den Federn kam, war, der „Palmesel“, an Pfingsten der „Pfingstochs“ (aus: "Irxenschmoiz und Wedahex", Alte bairische Worte, herausgegeben von N. Göttler, Verlag Bayerland, 2014).

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