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Leichte Sprache

Der gache Steig

Dialektwort der Woche (41)


Gach geht's nauf! Gach geht's wieder owe! Almabtrieb in den 1950er Jahren.
Foto: P.E. Rattelmüller
© Fachberatung Heimatpflege

"Da is 's aba gach aufiganga!", so stöhne schon so machner Bergsteiger nach einem langen, mühsamen Aufstieg. Das Wörtchen "gach" und seine Verwandten "gäh" oder "gäch" waren früher geläufige Begriffe der deutschen Hochsprache, rutschten dann in die Mundart ab und sind heute fast völlig vergessen. "Gach" heißt so viel wie steil, aufsteigend, jäh. Da es in Bayern Hunderte von steilen Straßen gibt, wundert es nicht, dass mehrere Dutzend davon "Gasteig" heißen, eine Verballhornung von "gacher Steig". Der prominenteste Vertreter dieser Anstiege ist natürlich der Münchner "Gasteig" mit dem Sitz der Philharmoniker. Wäre doch lustig, wenn eines seiner Mitglieder "Gasteiger" hieße, denn dieser gebräuchliche, aus dem Alpenraum stammende Familienname bezeichnet natürlich auch nichts anderes als eine Sippe, die an einem "gachen Steig" wohnt. Noch trefflicher, wenn unser fiktiver Philharmoniker ein impulsiver Künstler wäre, denn auf menschliches Verhalten übertragen meint der Begriff "gach" auch "ungeduldig, rasch aufbrausend" ("Jetz pack i's gach!")! (aus: "Irxenschmoiz und Wedahex", Alte bairische Worte, herausgegeben von N. Göttler, Verlag Bayerland, 2014).

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