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Dutt

Dialektwort der Woche (KW 4)


Sie haben alle einen: Einen Dutt! Frauen in Tracht mit festlichem Schnurhut. Raum Miesbach 1960er Jahre.
Foto: P. E. Rattelmüller
© Fachberatung Heimatpflege

Es gibt ihn auf dem Scheitel oder auf dem Hinterkopf, geflochten, gezwirbelt oder gewunden, mit Kämmen oder Nadeln gesteckt. Vornehm nenne man ihn Chignon, mundartliche findet man die Bezeichnung Gogsch, Punz, Huppi und Pürzi. Gemeint ist der weibliche Haarknoten, in Bayern „Dutt“ genannt. Während in vielen Kulturen nur Jungfrauen ihr Haar offen tragen durften und der Dutt den verheirateten Frauen vorbehalten war, war in anderen Zeiten das kunstvoll verknotete Haar vor allem bei Prostituierten verbreitet. Dass sich heute auch Männer die spärliche Haartracht verknoten, ist zwar originell, aber nicht neu. Der römische Schriftsteller Tacitus berichtet, dass sich die germanischen Sueben das Haar seitwärts kämmten und es auf dem Scheitel zu einem hohen Knoten auftürmten („Suebenknoten“), um im Kampf größer und eindrucksvoller zu wirken. Gut, wenn’s hilft! Aber vielleicht hatte man in diesen archaischen Zeiten auch noch stärkeren Haarwuchs? Den braucht man nämlich schon für einen imposanten Dutt. (aus: "Ohrwuzler und Zeiserlwagen", Alte bairische Worte, herausgegeben von N. Göttler, Verlag Bayerland, 2015)

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