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"Greafrack"

Dialektwort der Woche (KW 37)


Greafrack Ein als königlich bayrischer "Greafrack" zu Fasching verkleideter Münchner. Auf dem Münchner Viktualienmarkt, 1950er Jahre.
Foto: Paul Ernst Rattelmüller
© Fachberatung Heimatpflege


Noch heute kommt es vor, dass sich ein Stammtischbruder sorgenvoll fragt, ob die dritte Halbe noch opportun sein, weil einem doch die „Greana“ hinter jedem Gebüsch auflauerten. Die „Greana“, das sind die Polizisten, die Schandarm, die bewaffnete Staatsmacht („gens d´ armes“). Während in den meisten Ländern Europas die Polizei in kühlem „Blau“ für Recht und Ordnung sorgt, hat in Deutschland das vermeintlich gemütlichere „Grün“, zumindest bei der Landpolizei, Tradition. Zu größerer Beliebtheit hat das allerdings nur selten geführt. Als um die Jahrhundertwende der Räuber Mathias Kneißl die „Greafrack“, also die polizeiliche Staatsmacht in grünem Rock, offen verhöhnte, fand er die einfache Landbevölkerung auf seiner Seite. Das lag auch daran, dass die Personalpolitik des Prinzregenten massenweise fränkische Gendarmen in´s Dachauer Hinterland beordert hatte und der dortige Bauer den fränkischen „Greafrack“ als eine Art fremde Besatzungsmacht betrachtete. Verstanden wird er die mündlichen Instruktionen ihrer Vertreter ohnehin nicht haben! (aus: "Irxenschmoiz und Wedahex", Alte bairische Worte, herausgegeben von N. Göttler, Verlag Bayerland, 2014).


Ansprechpartner/in

Dr. Norbert Göttler
Telefon: 08857 / 88-850
Fax: 08857 / 88-859
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