Hilfsnavigation

Start
Schrift vergrößern
Artikel anhören
Leichte Sprache

Paradeisl und Adventskranz

Dialektwort der Woche (KW 49)


Paradeisl und Adventskranz Weihe der mitgebrachten Adventskränze in der Dorfkirche am 1. Adventssonntag. 1950er Jahre Oberland.

Die vierwöchige Adventszeit will symbolisch an die 4000 Jahre erinnern, die die Menschheit auf die Ankunft des Erlösers gewartet hat, und auf sein Kommen zu Weihnachten einstimmen. Zur Vorbereitung auf das beliebte Fest tragen seit je her viele Bräuche und Traditionen bei. Vor dem Adventskranz stellte man, vor allem in Altbayern, das sogenannten „Paradeisl“ auf - als Symbol der vorweihnachtlichen Zeit. Dies ist eine schlichte Pyramide aus Holzstäben an deren Ende jeweils ein rotbackiger Apfel steckt. Verziert und mit vier Kerzen, dem Adventskranz ähnlich, versehen, symbolisieren seine drei Dreiecke die göttliche Dreifaltigkeit. Das Paradeisl soll in den 1870er Jahren aus Südtirol nach Oberbayern gekommen sein und wurde hier zum traditionellen Adventsschmuck und damit zum Vorläufer des heutigen Adventskranzes.
Dieser hat seinen Ursprung nämlich nicht in bayerischen Landen, sondern im evangelischen Norden Deutschlands . Mit dem Grün des Kranzes wurde dort an einen alten Brauch der Mittwinterzeit angeknüpft, denn mit grünen Zweigen wollte man einst Gesundheit, Wachstum und Fruchtbarkeit in Haus, Stall und Feld sichern und böse Geister fernhalten. Im katholischen Süden war der Kranz zunächst verpönt und konnte sich erst in den 1930er Jahren nach und nach durchsetzen.
Heute findet man den grünen Kranz mit den vier Kerzen in allen katholischen Kirchen. In vielen Kirchen werden am 1. Adventssonntag die mitgebrachten Adventskränze der Gläubigen vom Priester gesegnet (s. Bild) (vgl. Bichler, A.; „Feste und Bräuche in Bayern“, S. 112 ff.).

Ansprechpartner/in

Dr. Norbert Göttler
Telefon: 08857 / 88-850
Fax: 08857 / 88-859
E-Mail schreiben Visitenkarte (vcf, 1kB)

Publikationen

Anfahrt

Anfahrtsskizze Anfahrtskizze der Fachberatung Heimatpflege in Benediktbeuern
© Fachberatung Heimatpflege

zur Anfahrtsseite