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Rossboinklaum

Dialektwort der Woche (KW 45)


Rossboinklaum Bitte Abstand halten. Rossboinklaum 1955, Leonhardi-Tag, Bichl
Foto: P.E. Rattlmüller
© Fachberatung Heimatpflege

Noch heute gibt es Länder, in denen man getrocknete Kamel- oder Kuhfladen gegen teures Geld kaufen kann, vor allem als Brennmaterial, aber auch als Düngemittel. Diese nachhaltige Wirtschaftsweise war früher in Bayern ebenfalls verbreitet. So wurden noch in den Nachkriesgzeit Kinder damit beschäftigt, auf der Straße „Rossboin“, also Pferdeäpfel, zu sammeln, um sie als Dünger in den Garten oder auf dem Feld einzubringen. Vor allem die Buben wurden mit dem „Rossboinklaum“ beauftragt, missbrauchten ihr Amt aber nicht selten für heftige Schlachten mit den stinkenden Wurfgeschossen. Auch beim Mistfahren war man auf Sparsamkeit bedacht. Hatte der Regen den Mist auf den Wiesen genügend ausgewaschen, sammelten ärmere Bauern das saubere Stroh mit dem Rechen wieder zusammen, um es erneut zum Einstreuen zu verwenden. Heutzutage gibt es den „Rossboinklauber“ nur mehr selten, etwa bei der Münchner Fronleichnamsprozession. Dort harren Ministranten eifrig auf das Äpfeln der den Zug anführenden Pferde, damit nur ja keiner der hohen Geistlichkeiten „neidappt“ in die Bescherung. Diesen Gefahren gehen die Honoratioren am Leonharditag geflissentlich aus dem Weg und sitzen (oder saßen) selbst „hoch zu Roß“ oder gleich in der Kutsche. (aus: "Irxenschmoiz und Wedahex", Alte bairische Worte, herausgegeben von N. Göttler, Verlag Bayerland, 2014).

Ansprechpartner/in

Dr. Norbert Göttler
Telefon: 08857 / 88-850
Fax: 08857 / 88-859
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