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Spezielle Geburtstagsgrüße

Kolumne Heimatspitze


von Bezirksheimatpfleger Dr. Norbert Göttler

Dieser Tage feiert die Gemeinde Karlsfeld im Münchner Norden ihren achtzigsten Geburtstag. Was dort Anlass für ein respektables Fest ist, provoziert anderorts bestenfalls ein wohlwollend-nachsichtiges Lächeln. Achtzig Jahre? Bayern ist voll von tausend-, eineinhalbtausend-, ja, zweitausendjährigen Orten. Was sind da schon achtzig Jahre? Aber Vorsicht vor Überheblichkeit! Natürlich, die Hochglanzprospekte von Tourismus-Agenturen und Heimatministerien strotzen geradezu von vollbusigen Barockkirchen, dramatischen Gebirgskulissen und verwitterten Alp-Öhis! Dieses Klischee hat mit der gesamtbayerischen Wirklichkeit wenig zu tun, generiert aber neben einem fragwürdigen, touristischen Mehrwert ein mitunter unerträgliches Mia-San-mia-Gehabe. Zumindest bildet es nicht die Leistung jener Kommunen ab, die, in historisch schweren Zeiten gegründet, nicht wenig zum Erfolg des heutigen Bayerns beigetragen haben: Penzberg, Neugablonz und Geretsried, Traunreut und Kolbermoor, Moosach und Allach, Ludwigsfeld - und eben Karlsfeld, um nur ein paar von ihnen zu nennen. Ihr Bestehen war ihnen nicht garantiert, ihre Geschichte hätte auch in sozialem Chaos scheitern können. Über ihren unermüdlichen Einsatz, nach 1945 Heimatvertriebene, später Gastarbeiter aller Herren Länder zu integrieren, berichten jene besagten Klischeeritter wenig bis nichts. Dabei könnte man gerade von solchen Kommunen viel lernen, was das Miteinander unterschiedlichster Kulturen betrifft. Zum Beispiel, dass es in Ludwigsfeld bereits 1945 eine Moschee und einen buddhistischen Tempel gab, einfach, weil es den Seelen der dorthin Verschlagenen danach verlangte. Oder, dass in Karlsfeld seit Generationen Dutzende unterschiedlicher Nationalitäten friedlich zusammenleben. Wenn das nicht ein Grund zum Feiern ist - und ein Anlass für die besten Glückwünsche zum achtzigsten Geburtstag!


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