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Dialektwort der Woche


Kirta

Dialektwort der Woche (KW 43)


Kirtabuam web Kirchweihsamstag 1956. Kirtalauf mit Kuhglocken. Loisachtal.
Foto: P.E. Rattlmüller
© Fachberatung Heimatpflege

Das Kirchweihfest, das in Altbayern auch Kirta oder Kirwa heißt erinnert an den Weihetag der Kirche und wurde ursprünglich in jedem Dorf zu unterschiedlichen Terminen gefeiert. Da dieses Fest aber meist mit ausuferndem Essen und Trinken verbunden war, erregte es im 19. Jahrhundert Anstoß. Von staatlicher Seite wurden deshalb 1868 alle Kirchweihfeste im Land auf einen festen, einheitlichen Termin („Allerweltskirta“ am dritten Sonntag im Oktober) gelegt. In weiten Teilen Bayerns, besonders in den flächendeckend katholischen, wurde diese Anordnung auch befolgt, aber nicht in allen.

Traditionen zu Kirta:
Kirta war seit jeher ein willkommener Anlass für ein Familientreffen, zum Feiern und Pflegen mancher Traditionen. Am Kirtasamstag zogen und ziehen beispielsweise junge Burschen mit (Kuh-) Glocken beim „Kirtalauf“ von Haus zu Haus und bitten um eine kleine Geld- oder Sachspende. Sie knüpfen damit an die Sitte der Hiatabuam (Hirtenjungen) an, die früher nach dem Ende der Weidesaison zu den Bauern im Dorf gingen, um sich ihren Lohn abzuholen. Dieser Brauch wird zum Teil heute noch in einigen Gemeinden im Loisachtal gepflegt. Für die Bewirtung der zahlreichen Verwandten und Gäste geht es am Kirtasonntag vielen Gänsen und Enten an den Kragen, die extra für dieses Fest gemästet worden sind. Was auf keinen Fall fehlen darf, sind auch die „Kirtanudeln“, die Auszogenen oder Kiachl, die in großen Mengen in heißem Fett gebacken werden. Nach dem gemeinsamen Essen trifft sich die Jugend in einer Scheune bei der „Kirtahutschen“. Das ist ein dickes, breites, schaukelndes Brett, auf dem sich die jungen Leute drängen. Beim abendlichen Tanz zu den Klängen einer Tanzlmusi kommen alte Volkstänze und Figurentänze wieder zu Ehren. In einigen Orten in Oberbayern, gehört zum Kirchweihmontag auch der Betteltanz. Dafür müssen zwei Burschen, die „Ruatnbuam“, mögliche viele Tänzer und Tänzerinnen im Dorf zum Tanz animieren. Mittags geleiten sie alle Mädchen mit Musik und einer lagen Rute in eine Wirtschaft, wo sie mit Burschen „verbandelt“ werden, mit denen sie den Abend verbringen – und die Zeche bezahlen müssen. (vgl. Albert Bichler, Feste und Bräuche in Bayern im Jahreslauf, Berg-Verlag, 2012, S. 97ff.)

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