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Faade Moin...

Dialektwörter der Woche (KW 35)


fade_moin_rattelmüller Bäcker in den 1950er Jahren im bayerischen Oberland beim Ausformen von "Doag".
Foto: Paul Ernst Rattelmüller
© Fachberatung Heimatpflege

"Faade Moin", "gsoichter Aff" und andere kulinarische Kuriositäten.

Dass man – wie wohl auf der ganzen Welt - im alten Bayern Vergleiche aus der Tierwelt (von A wie Aff´, bis Z wie Zeck´) heranzog, um die Wesenszüge der geliebten Mitmenschen zu charakterisieren, ist eine Binsenweisheit.
Dass aber auch die Küche und ihre Erzeugnisse dafür herhalten mussten, ist vielleicht etwas regional Besonderes. Das Innere der Semmel kann duftig-wohlschmeckend oder geschmacklos-pappig sein, im zweiteren Fall handelt es sich um eine „faade Moin“. Dasselbe kann mit einem Nockerl (neudeutsch: Gnocchi) passieren, dann wird eine „faade Nockn“ daraus. Wenn man entsprechende Frauenzimmer mit diesen Begriffen kennzeichnete, war es garantiert nicht als Kompliment gemeint. Aber (Achtung: gendering!) den Mannsbildern erging es keineswegs besser! Vom „armen Würschtl“, über den käsebleichen „Kaasloabe“ bis hin zum unterernährten „Magermuich-Krippe“ reicht die Palette der Freundlichkeiten. Ein untergewichtiges Bürscherl nannte man einen „dürren Haring“ (Hering). Wenn einer recht langweilig und konturlos daherkam, dann hieß man ihn einen „Doagadn“ (einen „Teigigen“) oder gar einen „Doagaff´“ (einen „Teigaffen“) – womit Küche und Tierwelt wieder vereint waren. Die Steigerung dessen war dann nur noch der „gsoichte (geselchte, geräucherte) Aff´“, aber es ist unwahrscheinlich, dass ein solcher in der altbayerischen Küche wirklich zubereitet wurde! (aus: "Irxenschmoiz und Wedahex", Alte bairische Worte, herausgegeben von N. Göttler, Verlag Bayerland, 2014).


Ansprechpartner/in

Dr. Norbert Göttler
Telefon: 08857 / 88-850
Fax: 08857 / 88-859
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