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Leichte Sprache

Die "Otterman"

Dialektwort der Woche (KW 36)


Greisin im Sonntagsstaat auf einem Sofa sitzend Ob die Greisin im Sonntagsstaat auf der Ottoman oder einem Kanapee Platz genommen hat, kann man nicht mit Sicherheit sagen.
(Historische Aufnahme, Jahr unbekannt)
Foto: Paul Ernst Rattelmüller
© Fachberatung Heimatpflege

Bequemes Mobiliar war wohl das Letzte, was man in einem alten bayrischen Bauernhaus erwarten durfte. Hart und hölzern waren die Bänke rund um Esstisch und Kachelofen, derb auch das Bankl auf der Gred vor dem Haus, wo man im Sommer das abendliche Bier trank. Man war´s nicht anders gewohnt, und wenn man´s gar nicht mehr „derhocken“ konnte, stieg man halt in die „Bettstatt“, steinmüd und in Erwartung eines neuen Arbeitstags, der für die meisten um fünf Uhr früh begann. Aber halt! Zwei Ausnahmen von der Regel hat es wohl gegeben. Den Ohrensessel, der aber meist den „z´sammgwerkelten“ Austragsbauern vorbehalten war – und die „Otterman“ in der Stube. Über irgendwelche unerfindlichen Umwege hat dieser Begriff den Weg in die altbayerische Bauernstube gefunden. Man sagte nicht „Sofa“ oder „Couch“, eher schon „Kanapee“ oder „Diwan“. Die Alten aber sagten „Otterman“ für jenes mit Pferdehaar gepolsterte, oft lederne, oft tausendmal geflickte Liegemöbel, dessen Urahnen offenbar schon den alten Ottomanen (Osmanen) sanfte „Liegerstatt“ bot. (aus: "Irxenschmoiz und Wedahex", Alte bairische Worte, herausgegeben von N. Göttler, Verlag Bayerland, 2014).


Ansprechpartner/in

Dr. Norbert Göttler
Telefon: 08857 / 88-850
Fax: 08857 / 88-859
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