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Heigeign

Dialektwort der Woche (KW 40) 


Bergbauern beim Mähen. Sarntal 50er Jahre.
Foto: P. E. Rattelmüller
© Fachberatung Heimatpflege

Die Violine, auch Geige genannt, hat nicht nur in der klassischen Musik, sondern auch in der Volksmusik ihren festen Platz. Von da aus hat der Begriff "geigen" ein seltsames Eigenleben entwickelt. "Da geigt si nix!", sagt der Bayer, wenn er jemanden von der Aussichtslosigkeit eines Unternehmens überzeugen will. "Hör jetzt auf zum Rumgeign!", mahnt der Lehrer den unruhigen Schüler, und meinte damit seine unkontrollierten, "geigenden" Bewegungen. Selbst das Instrument wurde in einem anderen Bereich instrumentalisiert: Eine Heugeige oder "Heugeign" war ein Holzgestell zum Trocknen des Heus. Der Begriff wurde dann auch auf Menschen übertragen, die einem Knochengestell glichen. Ein dürres, unattraktives Frauenzimmer nannte man also mehr oder weniger scherzhaft ebenfalls "Heigeign"! Apropos "Hei" beziehungsweise Heu! Das "Heungert", also das Einbringen trockenen Heus, war für die winterliche Versorgung des Viehs von existentieller Bedeutung, ebenso die zweite Heuernte des Jahres, das "Kroamat" (Krummet) und  - wenn klimatisch möglich - die dritte Ernte, das "Drittelkroamat". Dass man sich da vor jedem Regenguss fürchtete, liegt auf der Hand, und so nannte man auch jeden Windstoß, der in das Heu fuhr, eine unliebsame "Heigeign"! (aus: "Ohrwuzler und Zeiserlwagen", Alte bairische Worte, herausgegeben von N. Göttler, Verlag Bayerland, 2015)

Ansprechpartner/in

Dr. Norbert Göttler
Telefon: 08857 / 88-850
Fax: 08857 / 88-859
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