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Leichte Sprache

Soinzöpfl

Dialektwort der Woche (KW 44)


Grabpflege vor Allerseelen 1955; Oberland.
Foto: P. E. Rattelmüller
© Fachberatung Heimatpflege

Dass ihre Seele ein Zöpfchen habe, das haben selbst unsere Vorfahren nicht geglaubt, deren metayphysische Vorstellungen oftmals ins Bildhaft-Naive abgeglitten sind. Also muss es sich beim „Soinzöpfl“, dem „Selenzöpfl“, um etwas anderes handeln. Tatsächlich kann man in Osteuropa heute noch erleben, dass dem Verstorbenen Gebäck ins Grab mitgegeben wird, das er auf seiner langen Reise sicher gut gebrauchen wird. Auch im alten Bayern buk man in dieser Tradition anlässlich einer Leich Wecken und Semmeln, die für die Armen des Dorfes „geopfert“ wurden. Heute wird noch mancherorts an Allerseelen am 02. November nach dem Allerheiligenfest ein „Soinzöpfl“, ein Hefeteigzopf, gebacken und an Patenkinder und Freunde verteilt. Die Rosinen drin sind allerding illegal, denn eine kirchliche Verordnung von 1711 sagt, die Zöpfl mögen aus „minderem Teig“ sein. (aus: "Irxenschmoiz und Wedahex", Alte bairische Worte, herausgegeben von N. Göttler, Verlag Bayerland, 2014).

Ansprechpartner/in

Dr. Norbert Göttler
Telefon: 08857 / 88-850
Fax: 08857 / 88-859
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