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Leichte Sprache

hoibscharig

Dialektwort der Woche (KW 48)


Hoffentlich gscheit gepflügt und net nur hoibscharig.
Die Kraft jeder Mundart, die ja Volkes Stimme ist, liegt darin, innere Befindlichkeiten und Stimmungen durch bildhafte Alltagserfahrungen zu beschreiben. Diese Stärke hat auch das Bairische, was durch Beispiele belegt sein soll. Was eine „Schar“, nämlich eine Pflugschar, ist, wusste früher jeder. Es war ein Kraftakt für Zugtier und Pflüger, sie stundenlang tief im Erdreich dahingleiten zu lassen. Wenn man sich davor drückte, tauchte die Schar nur „hoibscharig“ ins Erdreich, was die Fruchtbarkeit des Ackers deutlich verminderte. Diese Erfahrung ist übertragbar. Wer eine Aufgabe nur halbherzig, widerwillig und schlampig erledigt, der ist eben „hoibscharig“ bei der Sache“. Wer dagegen motiviert und erfinderisch ist, der wird seine Sache schon “deichseln“. Die Deichsel war die Zugvorrichtung von alten Fuhrwerken, durch sie wurde der Wagen gezogen, gebremst und gelenkt. Und so kommt´s auch im richtigen Leben darauf an, alles richtig zu „deichseln“ – und das nicht nur „hoibscharig“! (aus: "Ohrwuzler und Zeiserlwagen", Alte bairische Worte, herausgegeben von N. Göttler, Verlag Bayerland, 2015)

Ansprechpartner/in

Dr. Norbert Göttler
Telefon: 08857 / 88-850
Fax: 08857 / 88-859
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